
Melanie Vogel
Ich arbeite an der Schnittstelle von Führung, Kultur und Zukunftsfähigkeit, nämlich dort, wo klassische Veränderungsprozesse an ihre Grenzen stoßen. Als Transition Managerin, Speakerin und Business Coach bringe ich Klarheit in Übergänge und unterstütze Menschen und Organisationen dabei, sich von innen heraus stimmig neu auszurichten.
Mit über 700 durchgeführten Webinaren und mehr als 40.000 Teilnehmenden zähle ich zu den erfahrensten Experten im Bereich Zukunftskompetenz. Als Fachautorin, Hochschul-Dozentin und Speakerin bringe ich Inhalte ohne Umwege auf den Punkt.
Wer Übergangszeiten nicht nur managen, sondern bewusst gestalten will, findet in mir eine verlässliche Begleiterin.
Mein Leben 2.0
2020, nach über 20 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit, stand ich an einem Punkt, der sich zu einer stillen Lebenskrise entwickeln sollte. Im 10. Jahr der WOMEN&WORK – Deutschlands einst erfolgreichster und mehrfach ausgezeichneter Messe-Kongress für Frauen – zerstörte ein politisch initiierter weltweiter Wirtschaftsstillstand unser Business.
Monatelanges Berufsverbot, jahrelanges digitales Arbeiten im Homeoffice und die beginnende Inflation im dritten Jahr der C-Krise waren für uns deutliche Indikatoren für eine notwendige berufliche Neuausrichtung. Was heute einfach klingt, bedeutete für mich der Sturz in die Unsicherheit mit viel Trauer, Wut, Verzweiflung – und dem radikalen Verlust meiner beruflichen Identität. Zwei existenzielle Fragen begleiteten mich über viel Monate:
- Wer bin ich, wenn ich nicht mehr Veranstalterin der WOMEN&WORK bin?
- Wer kann ich sein, wenn das „Stattdessen“ noch nicht greifbar ist?
Rückwirkend zog sich der Prozess der Neufindung fünf Jahre hin. Ich erkannte irgendwann: Wenn die äußere Struktur nicht mehr trägt, ist es Zeit, nach innen zu schauen. Das tat ich und begann mit Ende 40, mich weiterzubilden, meinem Herzen zu folgen, durch dichtesten Nebel zu navigieren und ohne klare Vision trotzdem nach vorne zu schauen.
Monatelang ging es nur zentimeterweise voran. Innere Leere, so lernte ich, ist der einsamste und gleichzeitig der kreativste Ort des Lebens. Trauer und Verlust sind mächtige Begleiter, die sich nicht abschütteln und ignorieren lassen, sondern gesehen und transformiert werden wollen. In Wellen und Phasen – schmerzhaft still und laut wütend. War das einfach? Nein!
Ich bin mitten im Leben gestorben und wiederauferstanden.
Meine Metamorphose war weder ein sanfter, noch ein gewollter Übergang. Das ist die grundlegende Charakteristik von transformativen und kriseninduzierten Übergängen. Neben den winzig kleinen Schritten waren ein paar sehr mutige Sprünge ins gefühlte Nichts notwendig, um meinen Kokon aus Verzweiflung und Perspektivlosigkeit abzuschütteln und mich wieder mit Leichtigkeit dem Leben zuzuwenden.
Hat es sich gelohnt?
Ja! Meinen 50. Geburtstag feierte ich 2024 in meiner neuen Heimat in der Schweiz, denn auch örtlich war ein Neuanfang notwendig, um mein altes „Ich“ hinter mir lassen zu können. Insgesamt sollte es auch in der Schweiz gute drei Jahre dauern, bis ich mich angekommen fühlte und bereit für eine Neuausrichtung war.
Heute begleite ich Menschen, die da stehen, wo ich vor fünf Jahren auch stand:
- Zwischen zwei Identitäten.
- Zwischen alt und neu.
- Zwischen Trauer über einen Verlust und der Zuversicht, neu anfangen zu können.
Ich bin kein Fan von schnellen Lösungen – aber von echten Veränderungen.
Ein „Leben 2.0“ ist meistens keine freiwillige Entscheidung – und doch sind die Lebenskrisen und Neuausrichtungen die größten Lehrmeister und Transformatoren. Nichts aktiviert unsere innere Führung mehr, nichts lässt und mit größerer Kraft und Präsenz erstrahlen, als eine bewusste Entscheidung für ein:
