2020, nach über 20 Jahren erfolgreicher Selbstständigkeit, stand ich an einem Punkt, der sich zu einer stillen Lebenskrise entwickeln sollte. Im 10. Jahr der WOMEN&WORK – Deutschlands einst erfolgreichster und mehrfach ausgezeichneter Messe-Kongress für Frauen – zerstörte ein politisch initiierter weltweiter Wirtschaftsstillstand unser Business.

Monatelanges Berufsverbot, jahrelanges digitales Arbeiten im Homeoffice und die beginnende Inflation im dritten Jahr der C-Krise waren für uns deutliche Indikatoren für eine notwendige berufliche Neuausrichtung. Was heute einfach klingt, bedeutete für mich der Sturz in die Unsicherheit mit viel Trauer, Wut, Verzweiflung – und dem radikalen Verlust meiner beruflichen Identität. Zwei existenzielle Fragen begleiteten mich über viel Monate:

  • Wer bin ich, wenn ich nicht mehr Veranstalterin der WOMEN&WORK bin?
  • Wer kann ich sein, wenn das „Stattdessen“ noch nicht greifbar ist?

Rückwirkend zog sich der Prozess der Neufindung fünf Jahre hin. Ich erkannte irgendwann: Wenn die äußere Struktur nicht mehr trägt, ist es Zeit, nach innen zu schauen. Das tat ich und begann mit Ende 40, mich weiterzubilden, meinem Herzen zu folgen, durch dichtesten Nebel zu navigieren und ohne klare Vision trotzdem nach vorne zu schauen.

Monatelang ging es nur zentimeterweise voran. Innere Leere, so lernte ich, ist der einsamste und gleichzeitig der kreativste Ort des Lebens. Trauer und Verlust sind mächtige Begleiter, die sich nicht abschütteln und ignorieren lassen, sondern gesehen und transformiert werden wollen. In Wellen und Phasen – schmerzhaft still und laut wütend. War das einfach? Nein!

Ich bin mitten im Leben gestorben und wiederauferstanden.

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